Probealarm zum Test der Warnmittel

Nach Abschluss des kreisweiten Ausbaus lösen erstmals alle neuen Sirenen aus

Meppen. Zum bundesweiten Warntag am Donnerstag, 10. September, werden erneut alle Warnmittel überprüft. „Wir werden die Technik testen, Schwachstellen erkennen und die Bevölkerung mit den Warnsignalen vertraut machen“, nennt Landrat Marc-André Burgdorf die Gründe für die alljährliche Aktion. Ab 11 Uhr beginnt der Probealarm mit dem Alarmton Warnung und der Auslösung der Warnkanäle (Sirenen, Cell Broadcast, WarnApps wie NINA, Radio und Fernsehen). Die Entwarnung wird um 11.45 Uhr über die verschiedenen Kanäle ausgespielt.

Sirenen zählen zu den auffälligsten Warnmitteln. Mit ihrem lauten Signal erreichen sie auch Bürgerinnen und Bürger, die gerade kein Handy, Internet oder Radio nutzen. Der Aufbau des flächendeckenden Sirenennetzes im Landkreis Emsland konnte in diesem Juli abgeschlossen werden. Mit insgesamt 319 digitalen Sirenen ist nun eine kreisweite Warninfrastruktur vorhanden. Die Gesamtinvestitionskosten hierfür belaufen sich auf etwa 7,4 Mio. Euro, von denen Bund und Land Niedersachsen etwa. 3,4 Mio. Euro bereitgestellt haben. Der Landkreis Emsland hat die Gemeinden mit etwa 1 Mio. Euro unterstützt; die emsländischen Kommunen haben einen Anteil von rund 3 Mio. Euro getragen.

Kreisweit stehen nunmehr digitale Hochleistungssirenen zur Verfügung, die auch vorgefertigte Sprachdurchsagen ausgeben können. In der Praxis, beispielsweise bei einer Bombenräumung im Sommer 2025 in Meppen, hat sich allerdings gezeigt, dass bereits aufgespielte Textkonserven oftmals nicht für den Einzelfall geeignet waren. Hier haben die Sirenenhersteller inzwischen nachgebessert und eine so genannte „Text-to-Speech“-Funktion entwickelt. Mit dieser können individuelle, lageangepasste Textnachrichten direkt über die Sirenenanlagen in Sprachdurchsagen umgewandelt werden. „Diese situationsbezogene Sprachausgabe erweitert die Warnmöglichkeiten erheblich“, erläutert der zuständige Dezernent Christoph Exeler. Daher werden in einem nächsten Schritt bis zum Ende des Jahres sämtliche 319 Sirenen zusätzlich mit der „Text-to-Speech“-Funktion ausgestattet.

Die Leitstelle Ems-Vechte löst die Sirenen zentral aus. Beim bundesweiten Warntag werden erstmals kreisweit alle neuen Sirenen zu hören sein. Zusätzlich kommen im Ortskern von Papenburg, Emsbüren und Lingen mobile Sirenenanlagen zum Einsatz, die von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft betrieben werden.

Auch werden die an das Modulare Warnsystem (MoWaS) angebundenen Warn-Apps, darunter LKEL!, Katwarn, BIWAPP und NINA, zeitgleich mit den Sirenen aktiviert. Cell-Broadcast wird ebenfalls ausgelöst. Um Cell Broadcast empfangen zu können, muss ein Betriebssystem für Android (Google) ab Version 11 oder iOS (Apple) ab Version 16.1 vorliegen. Auch darf das Handy oder Smartphone nicht im Flugmodus eingeschaltet sein. Darüber hinaus müssen die WarnApps aktualisiert und im aktiven Betrieb sein. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können Cell Broadcast-Nachrichten und WarnApps empfangen werden.

Auch in diesem Jahr können Bürgerinnen und Bürger unter www.warntag-umfrage.de an einer Online-Umfrage teilnehmen, um direktes Feedback zum Warntag zu geben.

Auf der Homepage des Landkreises ist unter www.emsland.de über einen interaktiven Viewer einzusehen, welche Sirenen in der Umgebung auslösen. Auch die Warntöne sowie weitere Informationen zur Warnung der Bevölkerung sind dort zu finden.

Neben dem bundesweiten Warntag hat der Landkreis Emsland 2025 einen eigenen kreisweiten Warntag ins Leben gerufen, der zur Sensibilisierung der Bevölkerung und zum Test der Warnmittel das nächste Mal im März 2027 stattfinden wird.