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Öffnungszeiten

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Einwohner (31. Dez. 2015)


Fläche in km²


Ortsteile

Oberlangen
Sand
Wilholte
Oberlangen-Moor/Siedlung

Bürgermeister

Georg Raming-Freesen (CDU)

Georg Raming-Freesen (CDU)

Vorstellung der Gemeinde Oberlangen

Das linksemsische Dorf Oberlangen liegt an der seit der Römerzeit bekannten Herr- und Handelsstraße (heutige Bezeichnung „Heerweg“), die vom Rhein durch Westfalen und das Emsland nach Ostfriesland an die Nordsee führt.
Wenn auch früher ein großer Bereich im Westen des Ortes zum Bourtanger Moor zählte, so ergaben sich doch auf den höhergelegenen Sandzungen, Oberlangener und Landegger Tenge und an der Ems Möglichkeiten für menschliche Ansiedlungen.
Die bei Bauarbeiten der neuen Schule 1962 auf dem höchsten Punkt des Esches (11,3 m über NN) entdeckten Urnen wurden von Professor Tackenberg von der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster und Dr. Andrea Kaltofen auf die Zeit 500 bis 300 vor Chr. datiert.
Ein Bohlenweg in Oberlangen-Moor, der eine Senke von 80 m überspannte und etwa 50 cm von Moor überwachsen war, wurde bei der Anlage eines Vorfluters 1934 gefunden und auf Veranlassung der Kulturbauamtes Meppen freigelegt. Aus einem von Franz Jonas am Fundort entnommenen Moorprofil mit 8 Moorproben ließ sich schließen, dass der Bohlenweg um 200 n. Chr. angelegt worden war.
Wilholte kann man als eine sächsische Siedlung ansehen, „Wald des Willo“ 400-800 n. Chr. Nach Meinung des Lathener Heimatforschers und Ehrenbürgers Dr. Hermann Frerker, der durch seine Pionierarbeiten hervorragende Voraussetzungen für die weitere Forschungstätigkeit unseres Raumes geschaffen hat, könnte es sich um die Siedlung eines sächsischen Edelings handeln.
Dafür spricht, dass der freie Wilholter Hof vor der Aufteilung an Grundbesitz und Viehbestand doppelt so groß war wie die übrigen Vollerben-Höfe. Ein weiterer Hinweis ist die adelig-freie und schaftzungsfreie Wilholter Bockwindmühle.
Wenn auch in der um 1000 n.Chr. aufgestellten Hebeliste des Klosters Corvey der Name Langun (Langen) erstmals schriftlich nachweisbar ist, so könnte es durchaus sein, dass diese Bauernschaft bei der Schenkung Ludwigs des Frommen 834 schon existierte. Die erheblichen Abgaben der 9 Langener Bauern an Corvey im Vergleich zu den anderen Gemeinden in der Kurie Lathen könnten ein Zeichen dafür sein.
Wenn Langen dem Worte nach auch langgestreckte Flurfläche oder Ansiedlung bedeutet, so ist es aber auch möglich, dass die Familie von Langen als Ortsadel der Namengeber der gleichnamigen Ortschaft war. Zu den Rittern der Burgmannschaft von Landegge gehörte nämlich unter anderem ein Ritter von Langen, der eine Schafschere im Wappen führte und aus Langen (Kirchspiel Lathen) stammte. Deshalb die Schafschere im Oberlangener Wappen.
In einem Register aus der Zeit um 1320 werden Oberlangen und Niederlangen getrennt aufgeführt.
Das Rittergeschlecht von Langen hat anscheinend die beiden 1365 genannten Haupthöfe Uphof to Langen (heute Nankemann) und Nederhof to Langen (heute Raming-Freesen) als Allod besessen, bevor es – wie wohl die meisten emsländischen Adelsgeschlechter – die Oberherrschaft des Bischofs von Münster anerkennen und Gut und Besitz als Lehen übertragen musste.
1412 belehnte der Münsteraner Fürstbischof Otto IV Graf von Hoya den Ritter von dem Beele aus der Landegger Burgmannschaft mit 2 Oberlangener Höfen: Ameln Erbe (heute auch noch Ameln) und dem Erbe Nie (heute Krull).
Bei einer 1568 gehobenen Begrüßungssteuer lebten in Oberlangen 21 Familien mit 93 Personen.
Langen gehörte zum Kirchspiel Lathen. Bei Hochwasser war es den Nieder- und Oberlangenern kaum möglich, die Pfarrkirche zu erreichen. Es ging mit dem Boot zum Hilgen und von dort über den Emsdeich zur Fähre. Interessant ist es zu wissen, dass im Kirchspiel Lathen bereits 1669 zwei Schulmeister tätig waren und zwar im Ort Lathen und in Langen. Bei einer Aufzeichnung der Zehntländereien aus dem Jahre 1749 wurden Flächen bei der Schule in Oberlangen liegend mehrfach erwähnt.
Der langgehegte Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus ging erst 1768 in Erfüllung, weil sich die Geistlichen aus Lathen heftig dagegen wehrten.
1810, als die Kapelle zu klein geworden war, schafften es die Langener trotz der militärischen Unterdrückung der Franzosen dennoch, aus freiwilligen Beträgen ein neues Gotteshaus dicht bei der Schule zu erstellen. Die seit 1827 anerkannte Kapellengemeinde wurde 1911 zur Kuratie erhoben und ist vom 1.4.1919 an eine eigene Pfarrei. Der 1696 von W.H. Kocks für die Georgskommende in Münster geschaffene eindrucksvolle Barockaltar wurde nach deren Aufhebung 1811 in der Kirche in Oberlangen wieder aufgestellt.
Um 1770 wurden die Hausnummern eingeführt. Die Häuserliste um 1810 ging bis zum Haus No. 38.
Man kann sagen, dass die Erweiterung der Gemeinde Oberlangen bis zum Jahre 1800 vor allem durch die Teilung der bereits im 16. Jahrhundert vorhandenen Höfe erfolgte.
Die 1888 gebaute einklassige Schule mit Lehrerwohnung war bis 1962 noch in Funktion. Eine gemeinsame Beschulung der Kinder aus beiden Orten konnte 1963 in der neuen Schule mit dem Sportgelände erfolgen.
Von 1856 bis 1872 wurde eine Spezialteilung der Markgemeinde und eine Verkopplung der Kulturländereien durchgeführt.
Nach der Neueinteilung nutzten viele Ortseingesessene die Möglichkeit, eine neue landwirtschaftliche Existenz zu gründen – die Schulchronik spricht von insgesamt 20 Ansiedlungen einschließlich der von den meisten Vollerben gebauten Heuerhäuser.
Durch Verkauf der am weitesten vom Hofe liegenden Moor- und Heidekoppeln einzelner Bauern entstanden die ersten privaten Ansiedlungen in Oberlangen-Moor. Die staatlichen Vorkehrungen, diesen Raum zu erschließen, wurden besonders seit Beginn der NS-Zeit vorangetrieben. Alle noch nicht in landwirtschaftliche Nutzung genommenen Moorflächen wurden mit den dazwischen liegenden Grundstücken aufgekauft oder enteignet.
Im April 1934 erfolgte die Übergabe des Lagers VI Oberlangen an die Justizverwaltung. Wenn es auch nicht in die Reihe der im Emsland entstandenen Konzentrationslager zu stellen ist, war das Terrorsystem keineswegs auf Esterwegen, Börgermoor und Neusustrum beschränkt, sondern wurde auch in den der Justizverwaltung unterstellten Strafgefangenenlagern wirksam.
Zeitweilig waren im Lager Oberlangen mehr als 1.000 Häftlinge. Ab 1939 Kriegsgefangene, 1942 war es polnisches Offizierslager, später waren in diesem Lager Tausende von polnischen und russischen Soldaten sowie italienische Militärinternierte.
Am 12. April 1945 freuten sich über 1.700 Soldatinnen der polnischen Heimatarmee, die seit dem Scheitern des Warschauer Aufstandes hier gefangen gehalten wurden, auf die Befreiung.
Nach dem Kriege wurde das Lager abgebrochen. Ein Gedenkstein, der Russenfriedhof und die Bezeichnung Lagerstraße erinnern an diese unselige Zeit.