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Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde St. Antonius Lathen-Wahn begrüßten bei der „Kirche des Monats“ ein volles Gotteshaus. Jeder Platz in der Kirche war besetzt. Nach einer kurzen liturgischen Eröffnung der Veranstaltung durch Pfarrer Sanjeevi stellte Herr Fischer vom Kirchenvorstand die Geschichte der Kirche vor. Frau Foppe vom Pfarrgemeinderat erläuterte die Innenausstattung der Kirche und Frau Holtermann das heutige Gemeindeleben in Lathen-Wahn. Musikalisch ist die Veranstaltung vom Männerchor sowie vom Chor InTakt untermalt worden. Im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen auf dem Kirchvorplatz.

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Männerchor

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Geschichte der Kirche – Herr Fischer

Kirche des Monats lathenwahn1

Gegenstände aus der alten Kirche Wahn

 

Artikel aus der Ems-Zeitung, 06. September 2017:

Umgesiedelte Wahner vermissten ihr Gotteshaus
Geschichte der St.-Antonius-Kirche in Lathen-Wahn – Einweihung am 20. Oktober 1954

<p><em>Die St.-Antonius-Kirche</em> in Lathen-Wahn. Foto: Julia Kessens </p>Die St.-Antonius-Kirche in Lathen-Wahn. Foto: Julia Kessens

Lathen-Wahn. Die St.-Antonius-Kirche in Lathen-Wahn ist die „Kirche des Monats“ im September. Bis zum Jahr 1941 lag zwischen Lathen und Sögel das über tausend Jahre alte Dorf Wahn. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Kruppsche Schießplatz (heute Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition 91 in Meppen) erweitert. Dieser Erweiterung musste das Dorf Wahn weichen. Die Einwohner wurden entschädigt und umgesiedelt. 37 Familien beheimateten sich etwa fünf Kilometer westlich von Lathen. So entstand der Ort Lathen-Wahn.

Auch die Pfarrei Wahn wurde zum 1. April 1942 vom damaligen Bischof Wilhelm Berning aufgelöst. Zudem versetzte er den Pfarrer von Wahn, Bernhard Reckers, in den Ruhestand.

Doch die Neu-Lathen-Wahner vermissten ihren gewohnten Kirchgang und besonders ihre Kirche. Immerhin wurde die Kirche von Alt-Wahn damals der „Dom vom Hümmling“ genannt. Die Alt-Wahner bildeten nach der Umsiedlung eine neue Gemeinde in Lathen-Wahn und sind auch heute noch eine aktive Gemeinschaft. Schon damals verloren sie nicht viel Zeit und taten sich mit den Einwohnern der umliegenden Ortschaften Rupennest, Kathen-Siedlung und Ströhn zusammen. Gemeinsam errichteten sie trotz widrigster Umstände noch während des Krieges eine kleine sogenannte „Barackenkapelle“, in der dann die sonntäglichen Gottesdienste stattfanden.

Schon kurz nach dem Krieg, im September 1946, entsandte der Bischof dann den heimatvertriebenen Pfarrer Leonhard Braun aus der Diözese Ermland in Ostpreußen nach Lathen-Wahn.

Am 12. Mai 1952 entschieden sich die Einwohner des Seelsorgebezirks Lathen-Wahn, dem auch die Ortsteile Rupennest, Kathen-Siedlung und Ströhn angehören, auf einer öffentlichen Versammlung einstimmig für einen Kirchenneubau. Die Grundsteinlegung war am 17. August 1953. Hierbei wurde derselbe geweihte Stein als Grundstein dieser neuen Kirche gelegt, der auch im Jahr 1923 als Grundstein des Gotteshauses im alten Dorf Wahn gelegt worden war.

Die Architekten Bernhard Lippsmeier und Georg Lippsmeier, Paderborn und Düsseldorf, erstellten die Pläne der Kirche. Erbaut wurde sie vom Lathener Bauunternehmer Bernhard Möhlenkamp und seinen Handwerkern unter der Bauleitung des Lathener Architekten Heinrich Hinrichs. Die Kirchweihe der heutigen St.-Antonius-Kirche zu Lathen-Wahn erfolgte am 20. Oktober 1954.

Neben einer großen Opferbereitschaft der Dorfgemeinschaft erfolgte ein Großteil der Gelder für die Finanzierung des Kirchenneubaus durch Haussammlungen in den Nachbargemeinden. Hierzu fuhr sonntags ein ganzer Bus voller Sammler in die betreffenden Gemeinden und ging von Haus zu Haus. Wie Pfarrer Braun in seiner Chronik zu berichten weiß, sind die Sammler kaum jemals abgewiesen worden. Er stellte dazu fest: „Ein Beweis für die Spendenfreudigkeit und Glaubensfreudigkeit der Emsländer.“

Am Sonntag, 10. September, werden die Kirchengeschichte, die Innenausstattung der Kirche und das heutige Gemeindeleben von Lathen-Wahn (Antoniusstraße 20) im Rahmen des Projektes „Kirche des Monats“ ausführlich vorgestellt. Beginn der Präsentation ist um 15 Uhr. Alle Interessierten sind hierzu und auch zur anschließenden Begegnung bei Kaffee und Kuchen eingeladen.